Diese Seite ist allen leidenschaftlichen Hundefreunden gewidmet, die das Verhalten und die Bedürfnisse ihres Vierbeiners verstehen wollen, und sich nichts sehnlicher als einen wohl erzogenen und vor allem glücklichen Freund auf vier Pfoten wünschen. Gehören auch Sie zu diesen Menschen, dann nur hereinspaziert!



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Grundlegende Hundeerziehung

Aufgrund der zunehmenden Anzahl an Hunden in unseren Familien sowie der zusehends gefühlsorientierten Beziehung, die Besitzer an ihre Hunde bindet, ist es notwendig einen Moment inne zu halten, um sicherzugehen, ob man sich tatsächlich  bewusst ist, was es heißt, einen „Hund zu besitzen“, und vor allem, ob man in der Lage ist, sich in den eigenen Hund „hineinzuversetzen“, um die Welt einmal mit seinen Augen zu sehen.  

Dies ist nicht der Weisheit letzter Schluss, sollte aber Hundebesitzern die Möglichkeit bieten, ihren Vierbeiner richtig zu erziehen, und zu einem sozialen und umgänglichen Begleiter in allen Lebenslagen machen.

Letztlich bringt gute Erziehung nicht nur Besitzern, sondern vor allem auch ihren Vierbeinern etliche Vorteile:

  • Der Hund muss nicht weggesperrt werden wenn Besuch kommt, da er sich in Anwesenheit seines Besitzers ruhig zu verhalten weiß
  • Der Hund kann ohne Probleme mit anderen Hunden zusammentreffen, weil der Besitzer in der Lage ist, die Kontrolle über seinen Hund zu bewahren, und der Hund mit Freude und Enthusiasmus gehorcht
  • Durch die sich festigende Beziehung zum Hund lassen sich viele sportliche Aktivitäten gemeinsam ausüben. Diese bringen nicht nur Besitzern Spaß und Freude, sondern sorgen für einen ausgeglichenen, glücklichen und vor allem körperlich und geistig gesunden Vierbeiner.   

Diese Seiten sollen Besitzern die ersten wichtigen Grundlagen vermitteln, um durch richtige Erziehung eine engere Beziehung zu ihrem Hund aufbauen zu können. 

Mit Erziehung ist hier jener Prozess gemeint, der dem Hund alle notwendigen Verhaltensregeln für ein glückliches Zusammenleben mit seinem Besitzer lehrt, diesen perfekt in das menschliche Umfeld integrieren lässt, sowie Mittel und Wege bietet alle vorstellbaren Alltagssituationen problemlos bewältigen zu können.

Da dieser Erziehungskurs sich zur Aufgabe stellt, Besitzern Mittel und Wege zu zeigen wie sie das Verhalten ihres Hundes steuern und kontrollieren können, ist es auch notwendig, dass Besitzer lernen von ihrem Hund Gehorsam zu erhalten um unerwünschtes Verhalten gänzlich vermeiden zu können.

Somit muss in diesem Kontext Erziehung als Kontrolle und Steuerung des Verhaltens meines Hundes verstanden werden.

Um dieses Ziel zu erreichen müssen drei grundlegende Aspekte der Hund/Mensch Beziehung in Betracht gezogen werden.

  • 1. Emotionale Bindung
  • 2. Hierarchische Beziehung
  • 3. Gehorsamsübungen

 

1. Die Emotionale Bindung

Spricht man über Gefühlsbeziehungen zwischen Hund und Mensch, so läuft man oft Gefahr den einen oder anderen Besitzer in dieser Hinsicht zu kränken, wenn dieser überzeugt ist, eine „richtige und gute“ Beziehung zum eigenen Hund zu haben

Oft beruht diese Beziehung jedoch auf Missverständnissen und exzessiver Anthropomorphisierung der Handlungen und Reaktionen des Hundes, oder ist viel zu steril, ohne Kommunikation und frei von jeglichem Gefühl.

Eine qualitativ hochwertige Mensch/ Hund Beziehung basiert auf einer gesunden und ausgeglichenen Gefühlsbeziehung, die im Idealfall Rassespezifische Eigenschaften, Veranlagungen sowie Alter des Tieres mit in Betracht ziehen. Während man mit einem Welpen noch etwas „nachgiebiger und sanfter“ umgehen kann, muss man bei einem heranwachsenden Hund schon etwas „konsequenteres und resoluteres“ Verhalten zeigen. 

Übertriebene emotionale Bindung zum Tier, vor allem exzessives bemuttern, können zu Überanhänglichkeit und Abhängigkeit führen, und somit den natürlichen Prozess der Verhaltensentwicklung im Sinne der Abhängigkeit der Welpen von der Mutter stören.  

Dadurch wird der Hund Probleme haben selbstständiges Verhalten zu entwickeln, sowie Anpassungsschwierigkeiten aufweisen. Darüber hinaus wird er nicht alleine bleiben können, weil er sich nur im Beisein seines Besitzers (Ersatzmutter) in Sicherheit fühlt.

Man muss sich jedoch bewusst sein, dass auch das andere Extrem Schaden anrichten kann. Jeglicher Entzug von Zuneigung ist in gleichem Maß schädigend, weil Hunde emotionale Bindungen zu ihren jeweiligen Rudelmitgliedern brauchen, um ein gutes Sozialgefüge bilden zu können.

Wie so oft gilt es einen Mittelweg zu finden. Alle Familienmitglieder müssen im Respekt vor der Würde des Tieres  dem Hund eine gut ausgeglichene Zuneigung entgegenbringen

2. Hierarchische Beziehung

Kommt ein Hund in eine neue Familie, dann weist diese neue soziale Gruppe dieselben Charakteristika auf wie ein „Rudel“.

Der Hund wird sogleich versuchen mit den Mitgliedern dieses merkwürdigen Rudels in Kontakt zu treten, um seine Rangordnung innerhalb dieses Gefüges zu klären. Dabei folgt er seiner natürlichen Veranlagung mehr oder weniger Dominanz auszuüben. Nun müssen alle menschlichen Mitglieder lernen, sich in der Rangordnung innerhalb des Rudels über den Hund zu stellen.  

Durch das Aufstellen einiger gezielter Übungen kann die richtige soziale Rangordnung festgelegt werden

  • Der Hund  bekommt sein Futter als letzter: denn in der Natur frisst der Rudelführer als erster
  • Der Hund geht als letztes hinter seinem Rudelführer durch die Tür: in der freien Natur liegt das Erforschen des Territoriums beim Oberhaupt. 
  • Der Hund sollte keine erhöhten Plätzen im Haus einnehmen (Bett, Couch…): in der freien Natur sucht sich der Rudelführer den besten Platz
  • Entscheidungen müssen bei Ihnen liegen, ergreifen Sie Verhaltensinitiativen: in der freien Natur entscheidet der Rudelführer für alle anderen
  • Belohnen Sie ihren Hund nie unverdient. Die Belohnung sollte zum Erziehungsmittel werden
  • Bringen Sie ihrem Hund grundlegende Gehorsamsübungen bei
  • Zeigen Sie Ihrem Hund niemals Schwäche, sondern seien Sie Ihrem Hund gegenüber stets ein guter, kohärenter und respektvoller Rudelführer. 

3. Gehorsamsübungen

Dieses Thema ist sehr praxisorientiert und soll das Erlernen von grundlegenden Gehorsamsübungen zum Ziel haben.

  • Hund ruhig neben dem Besitzer
  • Aufmerksamkeit ("PASS AUF")
  • An der Leine gehen, Hund zur Linken ("FUSS") und zur Rechten ("HIER")
  • Sitzposition ("SITZ"), Platzposition ("Platz"), Stehen ("AUF")
  • Bleiben in Sitzposition ("SITZ- BLEIB") in Platzposition ("PLATZ- BLEIB)
  •  Rufen ("KOMM")
  • Maulkorb tragen
  • Verhalten in der Stadt

Diese Übungen sind für eine gute Erziehung durchaus ausreichend.

Wer einen Schritt weiter gehen und das Erziehungsniveau steigern möchte kann seinem Hund fortgeschrittene Gehorsamsübungen beibringen. 

Diese Übungen sollten von allen Familienmitgliedern ausgeübt werden, um für alle Beteiligten ein gleiches Maß an Mensch/Hund Bindung zu erreichen.

 

 

OBEDIENCE TRAININGSMETHODEN

Ziel ist es Kontrolle über das Verhalten eines Hundes zu haben, das sich vollkommen eigenständig zu entwickeln scheint.

Immer dann, wenn Hundebesitzer sich den Händen eines Experten anvertrauen, ist der Grund, dass der Hund tut was er will, und jegliche Versuche dem Hund ein angemessenes Verhalten beizubringen, gänzlich fehlschlagen.  

Tatsächlich ist es so, dass das Verhalten des Hundes nicht auf autonomen Entscheidungen sondern auf von der Natur vorgegebenen Regeln basiert. Es handelt sich hierbei einerseits um angeborene Eigenschaften der Veranlagung der Spezies und angeborene Eigenschaften der individuellen Veranlagung, auch interne Variablen genannt (psychologische und physiologische Bedingungen, Hormonstatus, Organismus…), sowie andererseits externen Variablen, welche jedoch nicht angeboren, sondern angelernt sind. Etwa Einflüsse aus der Umwelt des Hundes, Sozialisierung mit anderen Tieren derselben Art (intraspezifisch) sowie mit Tieren unterschiedlicher Art (interspezifisch), beispielsweise dem Menschen, insbesondere den Mitgliedern innerhalb de Familie.     

Externe Variablen haben einen starken Einfluss auf die normale Entwicklung des Hundes und können bisweilen diesen Prozess sogar soweit stören, dass pathologische Verhaltensanomalien auftreten. 

Aus genau diesem Grund ist es so wichtig eine korrekte Beziehung zum Hund aufzubauen, um ihm die normale Entwicklung der von der Natur vorgegebenen individuellen sowie speziesgebundenen Eigenschaften zu ermöglichen. Auf diese Weise kann der Hund ein korrektes psychophysisches Gleichgewicht finden und sich problemlos an die jeweiligen Bedürfnisse des Besitzers und der Gesellschaft im Allgemeinen anpassen.

Es gibt viele verschiedene Methoden dem Hund Gehorsamsübungen beizubringen. Der wesentliche Unterschied liegt vor allem in den Prinzipien und der Typologie der Trainingsschule auf der sie basieren und angewendet werden. Zusätzlich sind auch persönliche Faktoren, wie etwa Stil sowie Professionalität des Trainers zu berücksichtigen, die mit den Jahren an Erfahrung und Praxis reifen. 

Grundsätzlich muss jedoch zwischen zwei diametral entgegen gesetzten Methoden unterschieden werden.

Trainingsmethoden basierend auf Druck und Zwang

Diese Methode sieht  Druck und Zwang vor, und ist längst überholt, oft brutal und alleine deshalb schon nicht vertretbar, aber vor allem steht sie in starkem Widerspruch zur Mensch/Hund Beziehung, welche auf positiven Aspekten, Zuneigung und gegenseitigem Respekt basieren sollte. 

Auf Motivation basierende Trainingsmethoden

So sollte es sein. Der Hund führt ein Kommando zu seiner eigenen Freude aus, und entwickelt gleichzeitig ein positives, mitreißendes und vor allem konfliktfreies Verhältnis zu seinem Besitzer.

Um diese motivations- basierende Methode auch korrekt anzuwenden muss ein bestimmtes operantes Lernschema immer dann angewandt werden, wenn der Hund ein bestimmtes Verhalten ausführen soll.

Diese Methode gilt sowohl für das Erlernen „einfacher“ als auch „etwas komplexerer“ Übungen.

OPERANTES KONDITIONIEREN

Motivation

Operantes Konditionieren ist auf Motivation aufgebaut. Der Hund muss stark motiviert werden, damit ein schnelles Erlernen des gewünschten Verhaltens erreicht werden kann. Eine Möglichkeit ist es, im Hund die Motivation auf die Möglichkeit einer Belohnung zu wecken. Was nichts anderes heißt, als dem Hund verständlich zu machen, dass auf ein ausgeführtes gewünschtes Verhalten sogleich eine entsprechende Belohnung folgt.

Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit ist die Grundvoraussetzung jeglicher Art von Kommunikation. Der Hund muss seinem Besitzer entsprechende Aufmerksamkeit schenken, um dessen Botschaften zu erhalten.

Stimulus / Handlung

Es muss ein Stimulus produziert werden, der im Hund eine Handlung auslöst, die der gewünschten Übung entspricht.

Jedem Stimulus wird ein Stimmkommando (Sekundärer Stimulus) zugeordnet, das nach einigen Wiederholungen alleine ausreicht, um das gewünschte Verhalten auszulösen.

Positive Bestärkung (BELOHNUNG)

Der Hund muss sofort nach einer ausgeführten Übung belohnt werden, damit sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass er das Verhalten unter den gleichen Bedingungen wiederholt, die ihm die Belohnung eingebracht haben (Konditionierung).

Belohnung kann alles sein, was für den Hund eine Bestärkung darstellt, eine sanfte Stimme, Streicheleinheiten, Leckerchen oder Spiel.

Ausbildungsphasen

Für effektive und nachhaltige Trainingseffekte müssen drei grundlegende Phasen der Ausbildung berücksichtigt werden. 

Lernphase

Die Lernphase stellt die erste aller Trainingsphasen dar und zielt auf das Erlernen der jeweiligen Übung ab. Anhand von Kommunikationstechnik wird das gewünschte Verhalten erreicht. Um zu überprüfen, ob der Hund eine Übung tatsächlich verinnerlicht hat, muss er das gewünschte Verhalten unmittelbar nach gegebenem Kommando ausführen.   

Korrekturphase

Hat der Hund einmal gelernt eine Übung auszuführen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er dies plötzlich schlecht oder nach seinem Willen tut, er macht es fehlerhaft oder überhaupt nicht mehr und will uns somit auf die Probe stellen, ganz einfach herausfordern. Dieses Verhalten ist vollkommen normal und dies ist auch der richtige Zeitpunkt eine Korrekturphase einzuleiten. Durch korrigierende Kommunikationstechnik wird der Hund wieder dazu gebracht, die jeweilige Übung schnell und präzise auszuführen.   

Vertiefungsphase

Unter Vertiefung versteht man das Perfektionieren der Ausführung (größere Genauigkeit) sowie die Erweiterung des Erinnerungsvermögens von Verhalten.

Diese Ausbildungsphase kann durch gezielte Wiederholung der Übungen praktiziert werden. (Übung).